Wenn ein Mann wie Rolf Mützenich, jahrzehntelang außenpolitischer Kopf der SPD, Fraktionsvorsitzender und diplomatisch geschulter Politiker, heute öffentlich sagt:„Ich hatte keinen Plan B im Umgang mit Russland“,
dann ist das kein ehrlicher Moment der Selbstkritik –
es ist das Protokoll des politischen Versagens.Ein Außenpolitiker ohne Plan B ist wie ein Pilot ohne Notausstieg.
Er mag fliegen können, aber wehe, das Triebwerk fällt aus.Und genau das ist passiert:
Die Russlandpolitik der SPD war über Jahre nichts anderes als ein riskanter Dauerflug auf Sicht – ohne Kurs, ohne Kompass, nur mit der Hoffnung, das Wetter bleibe stabil.
Mützenich stand dafür wie kaum ein anderer. Er hat die Beschwichtigungs- und Abhängigkeitspolitik verteidigt, den Glauben an Wandel durch Handel wiederholt, als sei er Glaubensbekenntnis statt Warnsignal.Jetzt, wo das Flugzeug abgestürzt ist, erklärt der ehemalige Pilot, er habe „keinen Plan“ gehabt.
Das ist keine Reue, das ist Ratlosigkeit – und sie kommt Jahre zu spät.Wer in solcher Position Verantwortung trägt, darf nicht überrascht tun, wenn sich politische Realitäten ändern. Russland war nie ein berechenbarer Partner, und jeder, der Politik mit offenen Augen betrieben hätte, wusste das.
Aber die SPD-Spitze, mit Mützenich an vorderster Front, hielt an der Illusion fest: Frieden durch Naivität.Heute ist Deutschland geopolitisch geschwächt, wirtschaftlich abhängig und moralisch verunsichert.
Und das Eingeständnis, „keinen Plan B“ gehabt zu haben, klingt nicht nach Aufarbeitung, sondern nach Kapitulation.In einer funktionierenden Demokratie müssten solche Sätze Konsequenzen haben.
Aber in Deutschland gilt: Wer Fehler zugibt, bleibt.
Wer Verantwortung fordert, gilt als Populist.Mützenichs Eingeständnis ist kein Akt der Größe –
es ist der letzte Beweis dafür, dass sich politische Verantwortung in diesem Land in Entschuldigungen auflöst.
Und genau deshalb verlieren Bürger das Vertrauen:
Nicht, weil Fehler passieren –
sondern weil niemand mehr weiß, wer sie eigentlich verantwortet.
